Im Projekt Patient Involvement sind Menschen mit eigener Krankheitserfahrung im Tandem mit ärztlichen Dozierenden als Lehrende im Medizinstudium tätig. Das Konzept wurde partizipativ vom Lehrstuhl unter Einbezug der Perspektive selbst Erkrankter entwickelt. Eine Pilotphase startet im Wintersemester 2025 in den Kursen der „Ärztlichen Gesprächsführung“ im 1. und 3. Klinischen Studienjahr und wird durch quantitative und qualitative Begleitforschung wissenschaftlich evaluiert. Ziel ist eine schrittweise Ausweitung und nachhaltige Implementierung in das Pflicht- und Wahlcurriculum des Medizinstudiums an der TUM.
Das Besondere an diesem Format ist, dass krankheitserfahrene Menschen, die wir bewusst nicht Patientinnen bzw. Patienten nennen, mit Studierenden in den direkten Austausch gehen und auf Augenhöhe und jenseits des klinischen Settings miteinander sprechen. So entsteht ein Lernraum, der nicht auf medizinische Wissensvermittlung fokussiert, sondern auf das subjektive Erleben von Krankheit. Dadurch sollen Studierende „anders“ lernen und dazu angeregt werden, über sich selbst als Subjekte in der Beziehung zu kranken Menschen zu reflektieren und zu lernen, wie dadurch Empathie und authentische Kommunikation gefördert werden kann. Patient Involvement ist damit einer von mehreren Bausteinen unserer Bemühungen am Lehrstuhl für die professionelle Identitätsentwicklung Medizinstudierender.
Ansprechpartnerinnen: Sandra Apondo, Susanne Huber
Förderung: ERASMUS+ Small-scale partnerships in adult education (KA21O-ADU-2026-O1O)
Laufzeit: 2026 - 2028
Ansprechpartnerinnen: Sandra Apondo und Susanne Huber
Projektpartner: CAMES Kopenhagen, Dänemark
Beschreibung:
Wie können Menschen mit eigener Krankheitserfahrung und Angehörige sinnvoll und nachhaltig an der medizinischen Ausbildung beteiligt werden? Das binationale Kooperationsprojekt zwischen dem TUM Medical Center und CAMES Kopenhagen bringt Menschen mit Krankheitserfahrung, ihre Angehörigen, Lehrende, Medizinstudierende, Forschende und Verantwortliche für die Curriculumsentwicklung zusammen, um dieser Frage gemeinsam nachzugehen.
Ziel des Projekts ist es, zentrale Bedingungen für die gelingende und nachhaltige Implementierung von Patient Involvement zu identifizieren. Dazu werden unterschiedliche Erfahrungen, institutionelle Rahmenbedingungen und didaktische Ansätze aus Deutschland und Dänemark miteinander in Beziehung gesetzt. Durch den länderübergreifenden Austausch werden sowohl Gemeinsamkeiten als auch spezifische Herausforderungen sichtbar. Die Beteiligten lernen voneinander und entwickeln gemeinsam Empfehlungen, die in beiden Ländern und perspektivisch auch darüber hinaus zur Weiterentwicklung von Patient Involvement beitragen können.
Als Ergebnis des Projekts werden gemeinsam entwickelte Handlungsempfehlungen für eine sinnvolle und nachhaltige Umsetzung von Patient Involvement erarbeitet. Ein partizipativer Forschungsansatz begleitet das Projekt wissenschaftlich und stellt sicher, dass die gewonnenen Erkenntnisse auch anderen medizinischen Fakultäten und ihren Lehrenden Impulse für die Gestaltung und langfristige Verankerung von Patient Involvement in der medizinischen Ausbildung geben können.